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LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller, Euskirchen

Digitizing Living Heritage - bewahren, dokumentieren, teilen

Ein Kooperationsprojekt der LWL-Museen für Industriekultur und des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte

Ob es um Ziegelherstellung, das Weben von Textilien an historischen Webstühlen oder die Tätigkeiten eines Gießers geht: zahlreiche Vorführbetriebe in Museen und bewegten technischen Denkmälern halten die Erinnerung an vergangene Arbeitswelten in Nordrhein-Westfalen lebendig. Diese Vorführungen sind von großer Bedeutung, um historische Produktions- und Arbeitsweisen zu vermitteln und sie zählen zu den beeindruckendsten Höhepunkten für die Besuchenden. Hier zeigen Menschen traditionelle Handwerks- und Industrietechniken aus der Region, die sie teilweise aus ihrem vorherigen Berufsleben kennen. Einige sind in den Kultureinrichtungen beschäftigt, andere engagieren sich ehrenamtlich in den Vorführbetrieben.
Allerdings stehen viele dieser Personen in den kommenden Jahren vor dem Ruhestand, was dazu führen kann, dass das wertvolle Wissen über diese alten Techniken verloren geht. Dies stellt eine große Herausforderung für die Kultureinrichtungen dar. Die Arbeitswelt hat sich so rasch gewandelt, dass es immer weniger Wissensträger:innen gibt, die sich mit diesen alten Techniken auskennen, und es gestaltet sich zunehmend schwierig, eine Nachfolge für die Vorführenden zu finden.
Der Wissenstransfer in diesem Bereich ist zudem besonders herausfordernd, da es sich um implizites Handlungs- und Erfahrungswissen von einzelnen intuitiven Handgriffen handelt, das durch persönliche Weitergabe und praktisches Ausprobieren erlernt wird. Dadurch besteht vielerorts die Gefahr, dass der Betrieb nicht aufrechterhalten werden kann und langfristig dieses immaterielle Kulturerbe verschwindet.

Im Projekt "Digitizing Linving Heritage - bewahren, dokumentieren, teilen" möchten wir Lösungen für diese Problematik entwickeln. 

In einem ersten Schritt laden wir dazu ein, uns in diesem Zusammenhang in dem neuen partizipativen "Netzwerk historische Arbeitstechniken" auf unserem Weg zu begleiten.

Was wird kommen?

Ausblick auf 2025

2025 verspricht, ebenso ereignisreich und spannend zu werden wie das letzte Jahr. Unser Netzwerk „Historische Arbeitstechniken“ steht weiterhin im Zeichen der Weiterentwicklung und des Austauschs. Ein Fokus liegt dabei auf dem Ausbau unseres Netzwerks, der Förderung der Zusammenarbeit zwischen neuen und langjährigen Mitgliedern sowie auf innovativen Ansätzen zur effektiven und nachhaltigen Wissensvermittlung.

Neue Impulse und Projekte
Dieses Jahr erwarten uns Workshops und Veranstaltungen, die nicht nur praxisnahe Einblicke ermöglichen, sondern auch die Vernetzung innerhalb der Gemeinschaft stärken. Die Entwicklung neuer Ideen und die Bewahrung traditionellen Wissens stehen dabei im Mittelpunkt. Gemeinsam wollen wir daran arbeiten, unser kulturelles Erbe zeitgemäß weiterzugeben und die Reichweite des Netzwerks zu vergrößern.

Ein Meilenstein: Wissensdokumentation der Schaugießerei
Ein Beispiel ist das Pilotprojekt im LWL-Museum Henrichshütte. Dort haben ehrenamtliche Vorführende nach unseren Workshops begonnen, die Schaugießerei digital zu dokumentieren. Begleitet vom Projektteam entstand ein Leitfaden, der sowohl in schriftlicher Form als auch als Film verfügbar ist. Diese Formate sollen allen, die ebenfalls vor der Herausforderung der Wissensdokumentation stehen, praktische Unterstützung bieten. Den Leitfaden werden wir bei einem unserer nächsten Treffen vorstellen und gemeinsam diskutieren.

Gemeinsam gestalten und bewahren
Auch 2025 möchten wir mehr Menschen für historische Arbeitstechniken begeistern, digitale Angebote weiterentwickeln und mit unseren Mitgliedern neue Wege finden, historisches Wissen zu bewahren. Das Netzwerk wird auch in den kommenden Monaten durch verschiedene Veranstaltungen und Projekte weiter wachsen, um das kulturelle Erbe zu bewahren und die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft zu stärken.

Die nächsten Schritte versprechen spannende Entwicklungen und neue Möglichkeiten.

Termine 2025 - Save the Date

Digitales Treffen

07.04. Präsentation Leitfaden „digitale Dokumentation historischer Arbeitstechniken“

Analoges Treffen

03.11. Netzwerktreffen - Weitere Informationen folgen in Kürze

Netzwerk "Historische Arbeitstechniken"

Möchten Sie Teil unseres Netzwerkes "Historische Arbeitstechniken" werden und weitere Informationen sowie Einblicke in die Entwicklung unseres Projektes erhalten, dann melden Sie sich gerne über folgenden Link für unsere Netzwerk-Verteiler an.

Unsere Vorführbetriebe

Übersicht aller teilnehmenden Standorte

Zum Inhalt springen

Schaugießerei

Die Schaugießerei wird vom Förderverein "Industriemuseum Henrichshütte e.V." betrieben

Kontakt

Birgit Schulz
Tel.: 02324 9247-151, Mail: Birgit.Schulz@lwl.org

Gerd Hehs
Tel.: 0172 2749-176, Mail: gerdhehs@arcor.de

www.unsere-henrichshuette.de/schaugießerei

Logo der Henrichshütte Hattingen

Anmeldung Ihres Betriebes

Möchten Sie ebenfalls mit Ihrem Betrieb oder Handwerk auf unserer Karte erscheinen, haben Sie über folgenden Link die Möglichkeit, Ihre Daten an uns zu senden.

Workshops 2024

Ein Rückblick auf unsere vergangenen Veranstaltungen

Kick-Off erfolgreich - Unser Auftaktworkshop

Unser Kick-Off Workshop zum Projekt "Digitizing Living Heritage" im LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg liegt nun hinter uns und war ein gelungener Auftakt.

Im Mittelpunkt der beiden Workshoptage am 24. und 25. Juni standen die Entwicklung und das Erlernen digitaler Methoden zur Erhaltung und Weitergabe traditioneller Arbeitstechniken des Handwerks und der Industrie sowie die Gründung des „Netzwerk Historische Arbeitstechniken“. Die rasanten Veränderungen in der Arbeitswelt haben dazu geführt, dass das Wissen um traditionelle Handwerks- und industrielle Produktionstechniken zunehmend schwindet. Viele Kultureinrichtungen stehen vor der Herausforderung, langfristig fachkundige Wissensträger:innen zu finden, die dieses Wissen in Vorführbetrieben lebendig halten und weitergeben können.
Genau dies ist unser Anliegen.

Der Workshop brachte Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Branchen zusammen. Mitarbeitende verschiedener Museumsbetriebe, Kulturverbände und Universitäten, Vorführende und andere ehrenamtlich engagierte Personen, die sich für den Erhalt historischer Arbeitsweisen einsetzen. Das Zusammentreffen der diversen Fachgebiete ermöglichte es, konkrete Bedarfe der einzelnen Arbeits- und Interessenfelder zu benennen. Es ging darum, herauszufinden, welche Methoden angewendet werden können, um das Wissen sowie Techniken zu sichern. Besonders wurde der Frage nachgegangen, ob Film ein geeignetes Medium ist. Die Idee von digitalen Manualen bieten Lösungen, um neues Personal in die historischen Arbeitsschritte einzuarbeiten und so dieses kulturelle Erbe zu bewahren. Die Teilnehmenden tauchten selbst in die Praxis ein und konnten ein erstes Gespür dafür entwickeln, was es bedeutet, einen Film zu erstellen. Dabei wurde deutlich, wie komplex die Aufgabe ist, Handwerk und Wissen audiovisuell aufzubereiten und einen Film zu erstellen, durch den Techniken weitergegeben werden können. Gleichzeitig hatten alle Teilnehmenden ein großes Erfolgserlebnis, als sie feststellten, dass sie bereits nach zwei Tagen mit einem Tablet und einer kostenlosen App eigenständig tolle Dokumentationsfilme produzieren konnten. Die zwei Tage waren angefüllt mit Ideen und ersten Einblicken, aber auch mit viel Networking und Gesprächen. 

Einblick in unseren Kick-Off-Workshop

Digitale Workshops

Am 28.10. und 25.11.2024 fanden zwei digitale Workshops statt. Dieses Format richtete sich an bisherige sowie neue Netzwerk-Interessierte.

Im Mittelpunkt der beiden Workshops standen die Themen: Netzwerkkommunikation, Datenmanagement und die Erarbeitung eines Leitfadens zur eigenständigen Dokumentation von Arbeitstechniken mit der Kamera.

Die Teilnehmer:innen erhielten zahlreiche Impulse anhand praktischer Beispiele, konnten sich mit Expert:innen zu verschiedenen Möglichkeiten der audiovisuellen Dokumentation austauschen und erste eigene Filmproduktionen vorstellen.

In Gruppenarbeiten wurden die Bedarfe der Vorführbetriebe bei der Filmdokumentation sowie allgemeine Bedarfe des „Netzwerks historische Arbeitstechniken“ erarbeitet und konkretisiert - auch mit Blick auf das kommende Jahr. Ein zentraler Punkt war die Entwicklung praxisorientierten Leitfäden, die Vorführbetrieben die eigenständige Erstellung audiovisueller Dokumentationen ermöglichen sollen. Dabei wurde auch ihr Aufbau, die Bedeutung von Kommunikation zwischen den Akteur:innen und denjenigen, die dokumentieren sowie die Berücksichtigung technischer und räumlicher Herausforderungen betont. 

Ein weiterer, bedeutender Punkt war die Frage nach dem Datenmanagement, insbesondere die langfristige Speicherung unter Einhaltung bestimmter Datenstandards. Gemeinsam wurden Plattformen erarbeitet, die sich für den Aufbau einer eigenen Datenbank eignen, um die erstellten Dokumentationen und Manuale sowohl intern als auch extern zugänglich zu machen - unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Archivierung, weitere Funktionen und Bedienungsfreundlichkeit. Zur Diskussion standen die Kombination aus den Plattformen „YouTube“ und „Museum Digital“.

Zuletzt lag ein Schwerpunkt auf der internen Netzwerkkommunikation. Als Kernbedarfe wurde die institutionelle Verankerung und eine regelmäßige netzwerkinterne Kommunikation identifiziert, sei es in Form von Treffen oder digitaler Kommunikation, z. B. durch ein Internetforum.  Als größte Herausforderung, um die gesteckten Ziele zu erreichen, wurden Finanzierung und allgemeine Organisation des Netzwerks gesehen. Die Akquise von Fördermitteln und die Einrichtung eines zentralen Arbeitskreises, Vereins oder Ähnlichem wurden als Lösungswege betrachtet.

Die digitalen Workshops führten zu konstruktiven Ergebnissen und sorgten bei den Teilnehmenden für einen angeregten und produktiven Austausch. Die entstandenen Impulse werden vom Projektteam im Hintergrund seitdem umgesetzt, sodass absehbar über konkrete Möglichkeiten für die Vernetzung informiert werden kann.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmenden für das Engagement im Jahr 2024 und freuen uns darauf, auch in 2025 weiter zu wachsen, uns zu vernetzen und gemeinsam implizites Wissen sichtbar zu machen.

Kontakt LWL-Museen für Industriekultur

Ellen Bömler und Konrad Gutkowski
Team Wissenschaft und Projekte

Zentrale
Grubenweg 5
44388 Dortmund

wup.industriekultur@lwl.org

Tel: 0231 6961-270

Kontakt LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

Dr. Lisa Maubach
Leitung Abteilung Alltagskultur und Sprache

rheinische-landeskunde.lvr.de/alltagskultur

Lisa.Maubach@lvr.de

Tel: 0228 9834 - 268